Was unterscheidet Leasing grundsätzlich vom klassischen Kauf?
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Eine neue Maschine oder ein Firmenfahrzeug lässt sich kaufen oder leasen, und beide Wege haben ihre Berechtigung. Welcher davon tatsächlich günstiger ist, hängt stärker von der individuellen Situation ab, als pauschale Empfehlungen oft vermuten lassen.
Was unterscheidet Leasing grundsätzlich vom klassischen Kauf?
Beim Kauf geht das Wirtschaftsgut direkt in das Eigentum des Unternehmens über, beim Leasing bleibt es im Eigentum der Leasinggesellschaft, während das Unternehmen gegen eine laufende Rate nur das Nutzungsrecht erhält.
Dieser Unterschied wirkt sich direkt auf die Liquidität aus: Ein Kauf bindet meist einen großen Betrag auf einmal, Leasing verteilt die Kosten dagegen gleichmäßig über die Vertragslaufzeit. Welche Variante besser passt, hängt davon ab, wie wichtig kurzfristige Liquidität im jeweiligen Betrieb gerade ist.
Welche steuerlichen Vorteile bietet Leasing gegenüber dem Kauf?
Leasingraten lassen sich bei Betriebsausstattung in der Regel vollständig als Betriebsausgabe steuerlich geltend machen, während ein Kauf über die Abschreibung nur anteilig über die Nutzungsdauer wirkt.
Für die steuerliche Einordnung als Leasing statt als verdeckter Ratenkauf gilt in Deutschland die sogenannte 40-90-Regel: Die Vertragslaufzeit muss zwischen 40 und 90 Prozent der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer des Wirtschaftsguts liegen. Bei der Gewerbesteuer müssen allerdings 20 Prozent der Leasingraten für bewegliche Wirtschaftsgüter wieder hinzugerechnet werden.
Wie wirkt sich Leasing auf die Bilanz und bestehende Kreditlinien aus?
Bei korrekt gestalteten Verträgen bleibt Leasing bilanzneutral, das Wirtschaftsgut taucht also nicht in der eigenen Bilanz auf und verschlechtert dadurch nicht die Eigenkapitalquote.
Dieser Effekt ist besonders für Unternehmen relevant, die gleichzeitig einen klassischen Bankkredit für andere Vorhaben benötigen, weil Leasing bestehende Kreditlinien nicht zusätzlich belastet. Wie sich diese Kreditlinien insgesamt in eine solide Unternehmensfinanzierung einordnen, beschreibt der einführende Beitrag zu Finanzierungsmöglichkeiten ausführlicher.
Wann lohnt sich ein Kauf trotzdem mehr als Leasing?
Ein Kauf lohnt sich eher bei Wirtschaftsgütern mit sehr langer Nutzungsdauer, bei denen der Werterhalt über viele Jahre im Vordergrund steht, sowie bei ausreichend vorhandener Liquidität ohne akuten Finanzierungsbedarf.
Auch bei Wirtschaftsgütern, die sich kaum abnutzen oder sogar an Wert gewinnen können, etwa bestimmten Immobilien, überwiegt meist der Kauf. Leasing eignet sich dagegen besser für Güter, die regelmäßig technisch veralten und deshalb in kürzeren Abständen erneuert werden sollten.
Welche Fehler passieren häufig bei der Entscheidung zwischen Leasing und Kauf?
Häufig passiert ein reiner Vergleich der monatlichen Rate ohne Blick auf die Gesamtkosten über die komplette Laufzeit, einschließlich Zinsen, Restwert und steuerlicher Effekte.
Eine niedrige monatliche Rate wirkt auf den ersten Blick oft attraktiver, kann sich über die gesamte Vertragslaufzeit aber als teurer herausstellen als ein Kauf mit Fremdfinanzierung. Ein vollständiger Kostenvergleich über die gesamte Nutzungsdauer liefert deshalb ein deutlich verlässlicheres Bild als der Blick auf die erste Zahl im Angebot.